Cheese! Fünf Foto-Tipps für Foodies

| A. Fischer

Mit diesen Tricks inszenierst du deine Kochkünste auch ohne Profi-Equipment als Augenschmaus.

Wir tun es alle: Essen fotografieren, um im Netz Bewunderung zu ernten. Man ist schließlich, was man isst. Deshalb verrät der Hamburger Food-Fotograf Uwe Hüttner hier fünf Foto-Tipps, damit den Betrachtern das Wasser im Mund zusammenläuft:

 

Die Zutaten

 

Ananas war aus, also sorgt die blassgelbe Version dessen, was sie in Dosen unter der gleichen Bezeichnung verkaufen, für den exotischen Touch deines Burgers? Dein Nährstoff-Karma schreit „Pfui!“, die Foto-Fee geht auch gleich heulen.

Koche und fotografiere immer frische Zutaten. Denn das sieht man einfach. Dressing, Saucen und Cremiges außerdem erst kurz-vor-Kauleiste dazugeben, sie weichen deine Kreation sonst unschön auf.

Profi-Tipp: „Gare Gemüse, Pfannentaler und Co., oder brate sie nur kurz an, statt sie vollständig durchzukochen – die Oberfläche sieht dann frischer und saftiger aus. Außerdem alle Zutaten eines Gerichts separat darstellen und gut erkennbar arrangieren.“

Die Perspektive

Erinnerst du dich an die typischen Badezimmer-Selfies von schräg-oben vor ein paar Jahren? Ein gutes Beispiel dafür, dass etwas nicht gut ist, nur weil es (fast) alle machen. Auch den Instagram-Trend, deinen Teller so senkrecht wie möglich zu fotografieren, kannst du getrost auslassen. Denn das lässt dein Essen ähnlich sexy wirken wie damals die Schmollmund-Fraktion.

Auf die Aufnahmewinkel-Hilfe von Apps wie Foodie und anderen ebenfalls besser verzichten, sie sorgen nämlich oft für genau diesen Frontal-Angriff.

Profi-Tipp: „Niemals direkt von vorn oder senkrecht von oben fotografieren, das macht alles flach und langweilig. Nimm‘ stattdessen mit der Linse deine tatsächliche Position beim Essen ein – also seitlich von vorn oder halbschräg von oben.“

Der Hintergrund

Eigentlich geht’s auf dem Foto um deinen phänomenalen Burger, aber die süßen Flohmarkt-Teller, die hippen Servietten vom schwedischen Möbelhaus und der Tischläufer von Tante Gitti zeigen, dass du auch Ahnung von Inneneinrichtung und #savoirvivre hast? Klares Stopp-Schild dafür: weniger Hintergrund = mehr verdiente Burger-Bühne.

Profi-Tipp: „Der Hintergrund soll möglichst neutral und ruhig sein, damit er nicht vom Food ablenkt, also keine starken Muster oder viele Farben. Klar sieht zu einem mexikanischen Burger das typische Steingut-Geschirr toll aus, aber der Schwerpunkt muss auf dem Essen liegen. Also: schön dicht rangehen und möglichst formatfüllend abbilden – 80 Prozent Essen, 20 Prozent Drumrum.“

Das Licht

Tageslicht ist dein Freund! Nicht nur, falls du zur „keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr“-Fraktion gehörst, die zu später Stunde ohnehin keine Köstlichkeiten mehr knipst, sondern generell. Und wenn das Tageslicht doch schon Feierabend hat?

Profi-Tipp: „Jeder hat irgendwo eine Tischlampe, ein solches Licht würde auch gehen. Achte in dem Fall darauf, eher leicht gegenlichtig zu fotografieren, das bringt Tiefe ins Bild. Auf Blitz besser verzichten, der lässt das ganze Bild flach erscheinen. Auch zu starke Hell-Dunkel-Kontraste sind bei Food-Fotos ungünstig, das Gericht sieht dadurch weniger lecker aus.“

Der eigene Stil

Weil wir dank unserer Social-Media-Sozialisierung alle kleine Aufmerksamkeits- und Fame-Geier sind, macht Instagram-Anerkennung uns sehr glücklich. Also was tun, damit die Community deine Food-Fotos wiedererkennt?

Profi-Tipp: „Zum Beispiel kannst du mit wiederkehrenden Elementen arbeiten. Das kann etwas im Hintergrund sein, oder auch das Lichtgefühl, eine besondere Perspektive oder Motivaufteilung.“

Achja, und dann natürlich eins noch: Essen nicht vergessen. Schmecken lassen!

Und wenn du magst, schau doch mal in unserer Burger-Galerie vorbei und lass Dich von den tollen Bildern und Burger-Rezepten unseres vergangenen Instagram-Contests #hilconahinundveg inspirieren!